Die 'Folktellers' sind: Freya Deiting (vl), Sandra Horn (tr), Ralf Kiwit (sax), Thorsten Lange-Rettich (trb), Maik Hester (acc), Eric Richards (b).

Gäste sind: Peter Reinhold (git), Julia Treinies (kb), Jorge Rodrigues (dr, voc), Henrique Silva (git, voc), Anabela Ribeiro (voc) und Karola Felstow (voc)

 Folk-Titel (im weitesten Sinne) aus verschiedenen Ländern, die entweder eine Geschichte haben oder eine Geschichte erzählen, stehen im Mittelpunkt des Progarmms. 'Grandola, vila morena' hat 1974 das Signal zur portugiesischen Nelkenrevolution gegeben, 'Bella ciao', inzwischen wieder in aller Munde, war das Lied der italienischen Partisanen im Kampf gegen den Faschismus, 'Rock-Island Line' hatten schwarze Eisenbahnarbeiter in den 1920er-Jahren voller Stolz auf ihre Arbeit gesungen, ehe es von Lonnie Donegan in den Sechzigern zu einem Hit gemacht wurde. Letzteres und das von Woody Guthruie neu getextete Traditional 'This train is bound for glory' haben nicht nur eine Geschichte, sondern sie erzählen auch eine: In 'THIS 'n' THAT train' werden 'This train is bound for glory' und 'The Rock Island Line' musikalisch als 2 getrennt startende Züge vorgestellt, die sich treffen und gemeinsam weiter fahren, musikalisch gesprochen: zur gleichen Zeit gesungen werden, immer mit viel zugigem Fahrgeräusch ...

Persönliche Geschichten von sehr politischen Köpfen sind auch dabei: Von Bert Brecht 'Wie sollen wir die Rose buchen?', sein Gedicht 'Und ich werde nicht mehr sehen das Land aus dem ich gekommen bin' - in der Vertonung von Hanns Eisler und sogar ein Brief aus dem Gefängnis, 1917 geschrieben von Rosa Luxemburg an ihre Freundin Sophie Liebknecht. Dieser sehr persönliche, lebensbejahende Brief wird als Mini-Kantate für Solo, Chor und Instrumente vorgestellt; nicht zu vergessen auch: eindrucksvolle Songs des österreichischen Ahnvaters von Georg Kreisler, dem Schöpfer des Buchenwald-Liedes Hermann Leopoldi, der nicht nur im Wiener Lied zuhause war...

Das Programm schlägt den Bogen von Wiener Liedern bis hin zu amerikanischen Folksongs, Liedern aus dem Land der Hoffnung für die Exilanten Brecht, Eisler und Leopoldi...

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Meine Hymne 'Stadt Kamen: Glückauf!' ist als Videoclip auf Youtube online. Unter diesem Link können Sie fündig werden:

Stadt Kamen: Glückauf!

Die Partitur

 

Der Text:

Stadt Kamen: Glückauf!

1. Im Land, am Hellweg angelehnt,

baust, Kamen, du dein Feld.

Hier lässt es sich leben, behaust und bequem,

auch ohne das ganz große Geld.

Das Kreuz, das deinen Namen trägt,

ist Reisenden  bestens bekannt,

du trägst es mit Fassung. Es eilt und es lärmt

in Kamen am Sesekestrand.

 

2. Die Seseke, das blaue Band,

verbindet deine Flur,

hat Bleier und Reiher und noch allerhand

und schenkt uns zurück die Natur.

Dein schiefer Turm, der niederschaut,

hat märkische Grafen gesehn

und Handel  der Hanse, von Bürgern gebaut,

hält sturmfest die Wacht und bleibt stehn.

 

3. Aus tiefem Schacht das schwarze Gold,

der Knappe bracht's zu Tag;

''Glückauf' wird gegrüßt und Respekt dem gezollt,

der immer verweilen hier mag.

Der Zukunft -  einig, frei und mit Recht -

sei zugewandt freudig dein Lauf.

Und bist du nicht eitel, so bist du doch echt,

ein Gruß Dir, Stadt Kamen: Glückauf!