Von den nachfolgend dokumentierten Stücken ist aktuell eine CD erhältlich:

Jung und wild - Faust, Phrase, Geld - Jura Soyfer, poetischer Mahner

Die CD kostet 15 Euro (für Menschen, die ein Ticket für das ausgefallene Konzert am 1. 11. gebucht hatten, 10 Euro). Sie ist erhältlich über einen Gästebucheintrag auf dieser Seite, telefonisch unter 02307/22269 oder über alle Chormitglieder. Sie wird direkt oder per Post (plus 2 Euro Porto und Verpackung) geliefert.

 

Jura Soyfer: 6 Lieder aus 'Astoria' - Komposition: Reinhard Fehling

Gesang: Michael Kamp, Chor 'Die letzten Heuler', Band 'Die wilde 7'

Vagabundenlied

 Der Sommer ist verglommen,

 Der Herbst hat ausgeweint,

 Nun ist der Winter kommen,

 Der bitterböse Feind.

 Die Erde liegt im Leichenhemd

 Und war einst jung und bunt.

 Was suchst Du noch, Du bist hier fremd,

 Mein Bruder Vagabund.

 

Wie springt dir an die Waden

 Der scharfe Winterwind,

 Du bist nicht eingeladen,

 Wo sie besoffen sind.

 Dich ruft kein Wirt zum heißen Punsch

 Um Sankt Silvesters Stund’:

 Ein Rabe krächzt den Neujahrswunsch,

 Mein Bruder Vagabund.

 

Und wär der Himmel droben

 Von Samt und von Brokat

 Und Sternlein eingewoben,

 Ein jedes ein Dukat,

 Wär keiner, der die Leiter stellt,

 Dass man sie holen kunnt,

 So ist die Zeit, so ist die Welt,

 Mein Bruder Vagabund.

 

 

Chor der Gäste

 Gwendolyn:

 Wie entzückend, dass vom Feste

 die entzückendsten der Gäste

 sich zurückgezogen schon

 im chinesischen Salon.

 Ich bin entzückt in ihrer Mitte, so ganz und gar entzückt in ihrer Mitte

 sie verleih'n dem Fest den Reiz.

 Gäste:

 Aber bitte, bitte, bitte, bitte,

 das Interesse liegt ganz unsrerseits.

 Gwendolyn:

 Reges Treiben hier entfalten

 prominenteste Gestalten

 aus der Welt des Geists sowie

 auch der Kunst und Industrie.

 Wie interessant auf Schritt und Tritte, wie ganz und gar interessant in unsrer Mitte!

 Sie verleih'n dem Feste Reiz.

 Gäste:

 Aber bitte, bitte, bitte, bitte,

 das Interesse liegt ganz unsrerseits.

 Shaw:

 Ach, wie beißend und wie gleißend

 bin ich? Und auch plastisch und dazu noch sarkastisch!

 Gwendolyn:

 Ach, sie sind so schonungslos

und sie stellen uns so bloß.

 Sie sind so frei von Konvention und Sitte, so ganz und gar befreit in unserer Mitte,

 sie verleihen dem Fest den Reiz.

 Shaw:

 Aber bitte, bitte, bitte, bitte,

 das Vergnügen ist nur unsrerseits.

 Gwendolyn:

 Wer lässt sich den Aberglaub'n (Alle: Meinerseits)

 schon durch eine Aufklärung raub'n? (Alle: Deinerseits)

 S'ist doch schön überhaupt. (Alle: Seinerseits)

 wenn man an irgendwas glaubt! (Alle: Unsrerseits)

 Gäste:

 Wir lassen uns den Aberglaub'n

 durch keine Aufklärung raub'n,

 s'ist jetzt schön überhaupt,

wenn man an etwas noch glaubt,

 meiner-, deiner-, seiner-, unsrerseits

 glaubt.

(kursiv Gedrucktes: Hinzufügung des Komponisten nach J.N. Nestroy 'Höllenangst')

 

Wenn der Himmel grau wird 

 

In weiter Ferne sind verblasst

 Die Sterne, unsre Brüder.

 Als eine bleiern graue Last

 Senkt sich der Himmel nieder.

 Der Mensch erwacht in seinem Leid

 Zum Mord und zum Gebete.

 Der Atem einer kranken Zeit

 Geht keuchend durch die Städte.

 

Steh auf im Schein des kargen Lichts,

 Du Lump auf fremder Schwelle!

 Steh auf und geh und hoffe nichts,

 Der Himmel wird nicht helle.

 Das wird ein Armeleutetag

Voll Schweiß und Blut und Tränen.

 Das wird ein Tag vom alten Schlag,

Nicht der, den wir ersehnen.

 

Nicht der, der uns im Traum erschien,

 Gekrönt von hundert Sonnen,

 Da blühend stand im ew'gen Grün

 Die Welt, die wir gewonnen.

 Den Ranzen pack und troll dich sacht,

 Schon nahen die Gendarmen!

 Verbirg, verbirg den Traum der Nacht,

 Den lichten Traum der Armen.

 

Chanson von der Ehre 

Willst du Platz am warmen Herde

 Und für andre Platz daneben?

 Schweig von leiblicher Beschwerde,

 Weihe dich dem höhern Streben!

 Heb dich in die Geistessphäre,

 Wo sich scheidet Mensch und Vieh,

 Denk, oh denk an deine Ehre,

 Denke Tag und Nacht an sie.

 

Winter ist ein arger Würger

Und die Kälte - bittrer Segen.

 Doch der wahre Ehrenbürger

 Fühlt sich geistig überlegen!

 Frei von aller Erdenschwere

 Schwebt sein sittliches Gesetz.

Strahlend wärmt ihn seine Ehre,

 Wärmt ihn besser als Briketts.

 

Ehrentage dich verklären,

 all die köstlich, kostenlosen.

 Du bekleidest tausend Ehren

 Statt dich selbst mit Rock und Hosen.

 Oh, verachte die Misere,

 Lass den Tisch mit Staub bedeckt,

Aber halte rein die Ehre,

Halt sie rein und unbefleckt.

 

Sieh, auch ohne Barbeträge

 Spielen große Hasardeure,

 Wählen die bequemern Wege,

 Setzen nur mehr ihre Ehre!

 Von der großen Ehrentorte

Schneide dir ein Stückchen ab,

 nähre dich vom Ehrenwort

 Bis ans kühle Ehrengrab.

 

 Lied von der Käuflichkeit des Menschen

Ins Himmelblau die Rohstoffpreise steigen,

 Als holde Boten junger Konjunktur.

Der Markt belebt sich schon, und schamhaft zeigen

 Sich zarte Triebe börslicher Natur.

 Und nur ein Kurs hält mit der Hausse nicht Schritt,

 Nur eine Ware geht im Preis nicht mit

 Und bleibt die billigste in jedem Land:

 Das ist die Ausschussware, »Mensch« genannt.

 

Der Mensch kommt heutzutag im Durchschnittspreise

 Auf zehn Pfund Sterling nur pro Exemplar,

 Die Liefrungskosten spart er klugerweise,

 Er liefert selbst sich aus mit Haut und Haar.

 Ja, er verkauft sich fertig appretiert,

 Mit seiner Menschenwürde ausstaffiert,

 Und bist du, Käufer, mit den Mitteln knapp,

 So kauf sie auf Kredit – und stottre ab.

 

 Und kannst du weder heut noch morgen zahlen,

 Kauf ruhig weiter, kauf sie massenweis.

Zahl statt mit Geld mit faulen Idealen,

 Der Mensch verschleudert sich um jeden Preis.

 Denn seinesgleichen gibt es viel zu viele,

 Er weiß es selbst und handelt auch danach

 Und kennt den Kurs im großen Börsenspiele;

 Der Geist ist billig, und das Fleisch ist schwach.

 

Die Wartenden:

 Die Rechnung stimmt nicht ganz, du Mann vom Fach,

 Du überschätzt des Gläubigers Geduld.

 Hast du kein Brot für uns, hast du kein Dach,

 Steh'n fordernd wir vor deinem Rechenpult.

 Der Schuldner löst den Wechsel niemals ein.

 Die Ware Mensch will nicht mehr Ware sein.

 

 Willst du, zerlumpter Geselle, ewig auf Wanderschaft sein?

Willst du, zerlumpter Geselle,

 Ewig auf Wanderschaft sein?

 Ist zwischen Himmel und Hölle

 Nicht ein Stück Erde dein?

 Kein Dach, darunter zu wohnen,

 Kein Baum, der für dich blüht?

 Hörst du: der Wind in den Pappelkronen

 Singt dir ein neues Lied.

 Such dir das Land, das dir gehört

 Auf diesem Erdenrund.

 Such nicht Astoria,

 Mein Bruder Vagabund.

 Und ist das Herz vom Hoffen müd

 Und sind die Füße wund -

Marschiere weiter, sing dein Lied,

 Mein Bruder Vagabund.

 

Bettelnd von Schwelle zu Schwelle

 Hast du den Hut geschwenkt.

 Die Heimat, mein Wandergeselle,

 Wird einem nicht geschenkt.

 Drum nimm dir Pflug und Spaten

 Und halte dich bereit

 Und hol herbei deine Kameraden,

 Und wo ihr grade seid.

 Dort ist das Land, das dir gehört

 Auf diesem Erdenrund.

 Such nicht Astoria,

 Mein Bruder Vagabund.

 Die Zeit, die ihre Straße zieht,

 Sie ist mit dir im Bund -

 Marschier mit ihr und sing dein Lied,

                          Mein Bruder Vagabund.                                   

 

Weitere Vertonungen von Jura Soyfer-Gedichten:

 

 Ballade der Drei

  Achtung, denn jetzt kommen wir,

 Wir drei im Bunde,

 Und springen der Welt in den Nacken voll Gier,

 Wie große Fleischerhunde!

 Voran der Mann mit dem harten Schlag. - Eins!

 Sodann der Mann mit den Lügen im Sack. - Zwei!

 Und schließlich der Herr mit dem Reinertrag.

 - Die Faust - die Phrase - und das Geld:

 Wir drei erobern die Welt.

 

Achtung, du farbiger Mann,

 Vor den Gewehren!

 Denn wer seine Haut nicht mehr weiß machen kann,

 Muss seiner Haut sich wehren.

 Voran der Mann, der den Weg freidrischt. - Eins!

 sodann der Mann, der die Wahrheiten mischt. - Zwei!

 Und schließlich der Herr, der im Trüben fischt.

 - Die Faust - die Phrase - und das Geld:

 Wir drei erobern die Welt.

 

 Achtung, Europa! Auch du

 wirst gebunden.

 Wir machen dir goldene Kleider und Schuh -

 Und schlagen dich voll Wunden.

 Du dienst dem Herrn mit dem festen Griff. - Eins!

Dem Herrn mit dem Reklamekniff. - Zwei!

 Und schließlich nur dem, der die beiden rief.

 - Die Faust - die Phrase - und das Geld:

 Wir drei erobern die Welt.

 

 Das Lied des einfachen Menschen

 Menschen sind wir einst vielleicht gewesen
Oder werden's eines Tages sein,
Wenn wir gründlich von all dem genesen,
Aber sind wir heute Menschen? Nein!

Wir sind der Name auf dem Reisepass,
Wir sind das stumme Bild im Spiegelglas,
Wir sind das Echo eines Phrasenschwalls
Und Widerhall des toten Widerhalls.

Längst ist alle Menschlichkeit zertreten,
Wahren wir doch nicht den leeren Schein!
Wir in unser'n tief entmenschten Städten
Sollen uns noch Menschen nennen? Nein!

Wir sind der Straßenstaub der großen Stadt,
Wir sind die Nummer im Katasterblatt,
Wir sind die Schlange vor dem Stempelamt
Und uns're eignen Schatten allesamt.

Soll der Mensch in uns sich einst befreien,
Gibt's dafür ein Mittel nur allein:
Stündlich fragen, ob wir Menschen seien,
Stündlich uns die Antwort geben: Nein!

Wir sind das schlecht entworf'ne Skizzenbild
Des Menschen, den es erst zu zeichnen gilt.
Ein armer Vorklang nur zum großen Lied.
Ihr nennt uns Menschen? Wartet noch da

 

Unter den nachfolgenden Links sind 2 dieser Lieder ('Vagabundenlied' und 'Lied des einfachen Menschen') zu sehen und zu hören. Sie erscheinen hier in einer Solo-Fassung mit Gitarrenbegleitung und sind Ausschnitte aus einem Film (Kamera und Schnitt: Dirk Braxmann, Ton: Sidney Caines), der ab dem 10. 11. online anzuschauen ist. Er ist wiederum Teil einer digitalen Vorlesungsreihe 'Bild und Klang' der TU Dortmund, die u.a. von Prof. Dr. Barbara Welzel betreut wird.

Vagabundenlied

Lied des einfachen Menschen

 

 Schiller, Don Carlos IV, 21. (Marquis)

Sagen Sie ihm, dass er für die Träume seiner Jugend

soll Achtung tragen, wenn er Mann sein wird,

nicht öffnen soll dem tötenden Insekte gerühmter besserer Vernunft

das Herz der zarten Götterblume - dass er nicht soll irre werden,

wenn des Staubes Weisheit Begeisterung, die Himmelstochter, lästert.

 

 'Jung und wild': Gleichgültig ob von Alter und von Gesinnung. Mit roten Wangen haben sie geschrieben: die früh vollendeten (leider auch zu früh beendeten) Soyfers, Schuberts und Shelleys. Ihre Ideen haben sie flammend vorgetragen und sie leuchten und wärmen bis in unsere Zeit.

 90 Minuten Aufbruch aus Resignation und Stagnation, aus dem Klein-Klein des Alltags, aus dem mutlosen 'Das-geht-doch-nicht' tun gut. Idealismus? Ja doch! Aber nicht ohne Verstand, nicht ohne Witz und nicht einmal ohne Zweifel. Aber erst einmal muss ein Satz gesagt werden, ehe der Gegen-Satz auf den Plan treten kann.

 So wollen wir es halten am Konzert-Sonntag. Jura Soyfers bissige Gedichte, sein phantasiestrotzendes 'Astoria', Percy Bysshe Shelley's 'Masks of Anarchy' und Schuberts 'Erlkönig' führen uns in die ursprüngliche Welt der Begeisterung, die unter des 'Staubes Weisheit' verborgen liegt.

 Es wirken mit: Der Chor 'Die letzten Heuler', die Band 'Die wilde 7', (Freya Deiting, vl, Sandra Horn, tr, Ralf Kiwit, sax,Thorsten Lange-Rettich, trb, Maik Hester, acc, Eric Richards, kb, Jan Reisige, dr),

und die Schauspieler Barbara Blümel und Michael Kamp.

  

 

jungundwildplakat

 Plakatentwurf: Luise Lunemann

 

 Das Konzert muss leider coronabedingt verschoben werden. Karten behalten ihre Gültigkeit.

 

Von Jungen und Wilden und einem Fake-Staat

 

Es war ein junges und wildes, vor allem aber kurzes, Leben, das Jura Soyfer geführt hat. Es begann 1912 in Charkow und endete 1939 in Buchenwald. 1921 wurde seine Familie, vor den revolutionären Wirren fliehend, nach Wien verschlagen. Schon als Schüler mischte er sich dort in die Politik ein, las und diskutierte viel in pazifistisch-sozialistischen Schüler-Zirkeln und begann zu schreiben.  Witzig, charmant und gebildet wie er war, kommentierte er das Zeitgeschehen in Gedichten, die vor allem in der SPÖ-nahen Presse erschienen und auf sein Riesentalent aufmerksam machten. In der Zeit des Austrofaschismus (1934 - 1938) konnten seine Theaterstücke unter den Bedingungen der Zensur nur in Kellertheatern aufgeführt werden.

 

Eines dieser Stücke ist 'Astoria' - geschrieben 1937, aber hochaktuell. Es handelt von einem Fake-Staat, in dem angeblich Milch und Honig fließen, von dem in Wahrheit aber nur eine Botschaft und das dazugehörige Personal existiert. Der Landstreicher Hupka lässt sich von Gräfin Gwendolyn, die ihrem Mann einen Staat zu seinem 88. Geburtstag schenken will, als erster Untertan engagieren. Die Kunde von diesem Staat zieht die Armen dieser Welt an. Sie wollen hinein, stürmen die Botschaft und die Politsatire nimmt ihren Lauf...

 

Michael Kamp (*1972,  Engagements am Schauspiel Dortmund, Bochum, Düsseldorf, Gründer des Austropott-Theaters am Dortmunder 'U') hat dieses abendfüllende Stück zu einer 25-minütigen szenischen  Lesung verdichtet, die er gemeinsam mit der Kammerschauspielern Barbara Blümel auf die Bühne bringen wird. Wichtiger Bestandteil des Stückes sind sechs Lieder, die Reinhard Fehling  komponiert hat. Sie geben Michael Kamp als Sänger und dem Chor 'Die letzten Heuler' Gelegenheit, sich von vielen musikalischen Seiten zu zeigen.

 

Weitere Junge und Wilde, die das Programm des Abends zu bieten hat, sind Georg Herwegh (Dichter des Vormärz), sowie die Romantiker Percy Bysshe Shelley (1792 - 1822) und Franz Schubert (1791 - 1828). Dessen berühmte, mit 18 Jahren geschriebene, Erlkönig-Vertonung hat Reinhard Fehling zu einer (fast) Heavy-Metal-Bearbeitung für Chor und Band ausgebaut.

Es wird also ordentlich Dampf geben bei der Premiere am 1. 11. um 20 Uhr in der Konzertaula Kamen. Die Corona-Auflagen werden beachtet: 200 Zuhörer auf personalisierten Plätzen sind zugelassen, um dem kompakten ca. 90-minütigem Programm, in dem die 'Heuler' mit Abstand 'heulen', ohne Pause zu lauschen.  Falls die Nachfrage über die 200 Plätze des Abendkonzertes hinausgeht, könnte ein weiteres Konzert um 17 Uhr desselben Tages angeboten werden.

Personalisierte Tickets sind ab dem 12. 10. bei der Mayerschen Buchhandlung in Kamen und bei den Chormitgliedern zum Preise von 15 Euro zu erhalten.

Hier eine kleine Kostprobe: Das Auftrittslied des Vagabunden Hupka aus 'Astoria'.

Komposition: Reinhard Fehling, Text: Jura Soyfer, Gesang: Michael Kamp

 

 

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Meine Hymne 'Stadt Kamen: Glückauf!' ist als Videoclip auf Youtube online. Unter diesem Link können Sie fündig werden:

Stadt Kamen: Glückauf!

Die Partitur

 

Der Text:

Stadt Kamen: Glückauf!

1. Im Land, am Hellweg angelehnt,

baust, Kamen, du dein Feld.

Hier lässt es sich leben, behaust und bequem,

auch ohne das ganz große Geld.

Das Kreuz, das deinen Namen trägt,

ist Reisenden  bestens bekannt,

du trägst es mit Fassung. Es eilt und es lärmt

in Kamen am Sesekestrand.

 

2. Die Seseke, das blaue Band,

verbindet deine Flur,

hat Bleier und Reiher und noch allerhand

und schenkt uns zurück die Natur.

Dein schiefer Turm, der niederschaut,

hat märkische Grafen gesehn

und Handel  der Hanse, von Bürgern gebaut,

hält sturmfest die Wacht und bleibt stehn.

 

3. Aus tiefem Schacht das schwarze Gold,

der Knappe bracht's zu Tag;

''Glückauf' wird gegrüßt und Respekt dem gezollt,

der immer verweilen hier mag.

Der Zukunft -  einig, frei und mit Recht -

sei zugewandt freudig dein Lauf.

Und bist du nicht eitel, so bist du doch echt,

ein Gruß Dir, Stadt Kamen: Glückauf!